Energiepass

 

Der Energiepass kommt

Ausweispflicht für Wohnungen und Häuser

In Immobilienanzeigen könnte künftig so selbstverständlich mit Energieeffizienzklasse A geworben werden, wie es bei Kühlschränken und Waschmaschinen längst Praxis ist. Jeder Autobesitzer kennt den Benzinverbrauch seines Fahrzeugs.

 

Am 25. April 2007 haben die beteiligten Ministerien die Einführung beschlossen, auf Druck der Bundesländer wurde der Start jetzt nochmals auf den 1. Juli 2008 verschoben. Ab dann müssen Immobilienbesitzer nach und nach den Energiepass vorlegen können, wenn sie eine Wohnung oder ein Hausvermieten oder verkaufen wollen. Welchen Ausweis Eigentümer brauchen, hängt von der Art des Gebäudes ab. Für Immobilien-Eigentümer bedeutet der Energieausweis einen zusätzlichen Aufwand aber auch eine Chance. Schließlich sind die Heizkosten zunehmend ein Argument für Mieter und Käufer.

 

Bei Verkauf, Vermietung, Verpachtung und Leasing ist dem Käufer, Mieter oder Leasingnehmer der Energiepass „zugänglich zu machen“. Der Verkäufer oder Vermieter muss nicht von sich aus einen Energiepass vorlegen, sondern nur auf Verlangen. Dann allerdings „unverzüglich“. Neue Mieter haben das Recht, eine Kopie des Energieausweises zu erhalten.

 

Wann welche Gebäude welchen Energieausweis benötigen:

  • Neubau: bedarfsorientierter Energieausweis ab sofort
  • Häuser nach umfassender Sanierung (mehr als 50 Prozent der Gebäudehülle wurde verändert) und/oder Modernisierung mit öffentlichen Mitteln: bedarfsorientierter Energieausweis ab sofort
  • Häuser mit bis zu vier Wohnungen, die vor 1965 errichtet wurden: bedarfsorientierter Energieausweis ab 1. Juli 2008
  • Häuser mit bis zu vier Wohnungen, die nach 1965 bis Ende 1977 errichtet wurden: bedarfsorientierter Energieausweis ab 1. Januar 2009
  • Häuser, die nach 1978 errichtet wurden oder die mehr als vier Wohnungen haben: Generelle Wahlfreiheit zwischen bedarfsorientiertem und verbrauchsorientiertem Energieausweis

 

Welchen Energieausweis gibt es?

Bedarfsausweis:

Hierbei wird die Qualität der Gebäudehülle bewertet und daraus ein theoretischer Energiebedarf ermittelt. Der Bedarfsausweis ist aufwendiger und teurer.

Verbrauchsausweis:

bedeutet, dass der zu erwartende Energieverbrauch auf Basis des gemessenen witterungsbereinigten Verbrauchs, d. h. anhand der Heizkostenabrechnungen der letzten Jahre ermittelt wird. Hierbei wird die tatsächlich verbrauchte Energiemenge bewertet. Der Verbrauchsausweis ist einfacher und günstiger.

 

Wer darf einen Energiepass ausstellen?

Es gelten ausführliche Bestimmungen für die Qualifikation und Fortbildung der Experten, die einen Energiepass erstellen dürfen. Infrage kommen zum Beispiel Architekten, Innenarchitekten, Bauingenieure, Bautechniker, Gebäudeenergieberater im Handwerk und ausgebildete Energieberater aber auch Schornsteinfeger, Maschinenbauer oder Elektrotechniker, die eine entsprechende Qualifikation nachweisen können.